
Wenn man in irgendein Geschäft geht, in dem mit dicken Farbschichten gearbeitet wird, sieht man immer wieder dasselbe Problem: Die Drucke sehen auf dem Drucker gut aus, zerfallen aber später. Die untere Schicht bleibt unvollständig gehärtet, und die Oberflächenhaftung verdeckt das Problem – bis die Produkte zum Versand gebracht werden oder bei der Wäsche behandelt werden. Dann tritt Delamination und Migration auf.
Die Lösung für dieses Problem ist bereits seit Jahren bekannt: UV-Lampen mit hoher Penetrierkraft. Sie liefern genügend Photonenenergie, damit eine vollständige Vernetzung von der Basis bis zur Oberfläche stattfinden kann.
Das Wichtigste sind dabei die spektralen Eigenschaften sowie die Energiezufuhr. Quecksilberdampflampen liefern ein breitbandiges UV-Spektrum mit einer herausragenden Leistung bei einer Wellenlänge von ca. 365 nm – genau die Wellenlänge, die die Photoinitiatoren in den dicken Farbschichten aktiviert. Die maximale Strahlungsintensität beträgt 12 W/cm², und die energiedichte bleibt bei typischen Druckhöhen über 800 mJ/cm².
Diese Kombination bedeutet eine sofortige Aushärtung. Die Substrate verlassen die Aushärtungszone mit konstanter Geschwindigkeit, ohne Rückstände an Haftung. Zudem kann das Licht durch 1,5–2,0 mm dicke Schichten dringen. Die Reflektoren nutzen dichroitische Beschichtungen, um längere Wellenlängen zurück auf das Substrat zu lenken – dadurch wird eine effektivere Behandlung erreicht, ohne dass die Oberfläche beschädigt wird.
Warum ist das bei der Verarbeitung mit dicken Farbschichten wichtig? Weil eine unvollständige Aushärtung dazu führt, dass das Produkt als Ausschuss gilt – und das erst dann auffällt, wenn es bereits zu spät ist. Mit hoher Penetrierkraft erfolgt eine gleichmäßige Vernetzung aller Schichten. Es gibt keine Probleme mehr mit einer unvollständig gehärteten unteren Schicht. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber der Wäsche verbessert sich, und die Migration nimmt ab. Man kann schneller arbeiten, die Produkte sofort stapeln und unnötige Nacharbeiten vermeiden. Zudem bleibt der Energieverbrauch unter Kontrolle – schließlich erfolgt die Aushärtung in einem Durchgang, ohne weitere Durchgänge oder Wartezeiten.
Ein praktischer Tipp: Dicke Farbschichten absorbieren UV-Strahlen. Die Leistung der Lampe muss daher der Dicke der Schicht sowie der Druckgeschwindigkeit entsprechen. Überprüfen Sie außerdem den Zustand der Reflektoren und achten Sie darauf, ob die Leistung der Lampe mit der Zeit abnimmt – ein Rückgang der Strahlungsintensität um 15 % kann dazu führen, dass die untere Schicht unter den Aktivierungsbedingungen bleibt. Planen Sie daher regelmäßige Austauschintervalle, damit die notwendige Energiedichte gewährleistet bleibt.